Walz-Tagebuch

2019 | Jana Madle-Elmerhaus
Kommunikationsdesignerin · Typografin
☞ Schriftsetzerin in Ausbildung auf TypoWalz

Auf zur nächsten Station – Der Tag beginnt freundlich, die Sonne heißt mich willkommen. Diesmal kenne ich weder die Örtlichkeit, noch weiß ich, wem ich begegnen werde. Der Hinweg führt mich vorbei an Gründerzeit-Villen und schon die Straßenschilder begrüßen mich in einer Serifen-Schrift, die aussieht wie die Garamond. 600 Quadratmeter Glück – gleich am Eingang der Grafikwerkstatt hängt einladend eine Druckwalze als Namensschild und ich weiß sofort, dass ich hier richtig bin. Dann trete ich ein in eine 600 m² große lichtdurchflutete Werkstatt, die voller historischer Druckpressen aller Art ist. Ich bin überwältigt und kann mein Glück nicht fassen. Es sind schon einige da, die hier regelmäßig arbeiten sowie Künstler, bzw. Künstlerinnen. Sie stellen sich mir als Steindrucker, Radierer, Radiererinnen, Algrafie-Drucker, Tiefdrucker und Buchdrucker vor. Eine große Gemeinschaft und Welt voller Kunst und Handwerk. Ich staune und bin begeistert von dem gemeinsamen Arbeiten aller Gewerke an einem Ort. Das bietet die Möglichkeit verschiedene Techniken zu kombinieren und auch voneinander zu lernen. Das ist ganz in meinem Sinne. In der Setzerei lerne ich Udo Haufe kennen, ein gelernter Buchdrucker, der als Freiberufler bis heute arbeitet. Er wird mir hier die nächsten Tage mein »TypoWalz-Meister« sein. Nach einer ersten Einführung kann ich mir Schriftmusterbücher ansehen, die er anhand des hiesigen Schriftenbestand in den jeweiligen Größen gesetzt und gedruckt hat. Es gibt einen großen Fundus und viele Schriften, deren Namen ich noch nie gehört habe oder gar gesehen. Andere wiederum, meine ich zu erkennen und doch sind sie irgendwie ein wenig anders. Ich bin irritiert. Udo klärt mich auf, im Osten gab es tatsächlich andere Schriftarten oder Schriften in leicht veränderter Form. Es war durch die damalige Grenze nicht ganz einfach, Schriften zu bekommen, daher hat man diese nachgemacht. Beispielsweise gibt es eine »Ost-Garamond«, diese ist viel runder als die »West-Garamond«. Sehr spannend, damit hatte ich gar nicht gerechnet. Mir begegnet hier also Handwerk noch einmal mit ganz anderem geschichtlichen Hintergrund.


2019 | Theresa Wredemeyer
Buchbinderin

 

 

 

 

 


2019 | Selina Wittemer
Grafikerin

 

 

 

 

 


2019 | Jakob Wolf
Grafikdrucker

Der Aufenthalt in Dresden bot die Gelegenheit, eine laufende und lebendige Werkstatt in ihrer Struktur und Funktionsweise mitzuerleben. Ich traf auf interessante Leute unterschiedlichster couleur, die die Passion zum Handwerk und zur Druckgrafik verband. Beim gemeinsamen Teetrinken wurden Erfahrungen ausgetauscht, Projekte besprochen, über Kunst, Kultur gefachsimpelt. In meinem Projekt wollte ich die Bandbreite der Drucktechniken der Grafikwerkstatt abbilden und druckte im Hoch- Tief- und Flachdruck nebst Blindprägung, am Ende in sechs Druckgängen. Ich konnte dadurch die Drucktechnik, ihre Vorzüge und Tücken kennenlernen, die Planung nachvollziehen. Es war ein angenehm lehrreicher Aufenthalt in dem ich mich konzentriert weiterentwickeln konnte. Fazit: Sowohl Paul Fritzsche als auch Anna Blume hätten Freude an solch einer lebendigen Grafikwerkstatt gefunden. DD-Danke!

 

 


2019 | Christina Wildgrube
Künstlerin

Die Begegnung und der Austausch mit den KünstlernInnen und Druckern in der Grafikwerkstatt waren für mich eine Entdeckung. Wie hier mit Begeisterung, Erfindungsreichtum und Freude am Detail druckgrafische Arbeit Ausdruck findet und somit neue druckgrafische und -technische Lösungen geschaffen werden, steckte mich an und floss in meine Arbeitsweise ein. Das ‚enge‘ und ‚gemütliche‘ Nebeneinanderarbeiten ermöglichte mir im Handsatz Ableitungen auf das Radierung und Algrafie zu finden und damit neue, und für mich überraschende Druckergebisse zu realisieren. So waren es aber auch die basalen Abläufe wie: das Verteilen der Druckfarbe auf dem Auswalzstein, das Farbe Aufnehmen mit der Walze, sowie das Auftragen auf die Druckform und das anschließende Drucken, denen ich noch einmal wie ‚neu und von vorn‘ nachging und mich so der Kunst des Druckens weiter annähern konnte. Mischen von Farben und mehrfarbiges Drucken faszinierten mich dabei besonders.

 

 


2017 | Maria Erikson
Tamarind Master Printer
Estonian Academy of Arts

Through Journeyman’s Walk exchange project I had the privilege of working as an artist-in-residence. During my three week stay I worked with lithography, experimenting with a range of tusche washes on stone. With the help and expertise of master printer Peter Stephan, I became familiarized with new drawing materials in addition to the technical workings of the lithographic process. From Peter I learned an alternative method of etching a stone than I had previously been taught, and which I have now adopted in my own artistic and teaching practices. It is important to me to learn from different printers in order to further my own skill and understanding of lithography both as a printer and as an educator. Getting insight into how different print shops are organized internationally is useful, especially now as I work to build up the lithography printshop at the Estonian Academy of Arts. Printmaking is a community based practice where every meeting leads to new ideas that then can be taken back home and shared to enrich our own home print communities. At Grafikwerkstatt Dresden I engaged with amazing artists and printers from the USA, Greece, France, and Sweden. These connections would not have been possible without the Journeyman’s Walk program. I fondly think of the daily tea drinking ritual at Grafikwerkstatt Dresden, shared amongst artists, shop members, and the staff of Peter, Torsten, and Udo. I am delighted to have taken part of this residency. Programs like Journeyman ́s Walk provide a platform for the exchange of knowledge and experiences in the field of print based media, and are therefore essential for the continuation, as well as development of contemporary printmaking. My hope is that the project continues to enrich printmaking experiences in the future.

 

 

 

 

17. Mai 2013 von Grafikwerkstatt
Kategorien: ENDEGRA 2013 – Blog | Schlagwörter: , , | Schreibe einen Kommentar

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